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Woher kommen wir? Was ist Ziel des Lebens? Wie handle ich verantwortlich in einer komplizierten Welt? Im Bereich Sinn und Religion blicken wir tiefer, erkunden wir den Glauben, gehen auf Spurensuche nach dem Sinn des Daseins. Wir laden ein zu spannenden Diskursen, um neu- und weiterzudenken.

Hier finden Sie unser Gesamtprogramm aus allen Bildungsbereichen. Machen Sie sich auf die Entdeckungsreise und lassen Sie sich zu Neuem inspirieren – wir freuen uns auf Sie!

SINN UND RELIGION

Mi 13 November 2019
09:30–17:00 UHR


Feminismus noch ein Zeichen der Zeit
Studientag
Studientagung



Vor 120 Jahren 1899 fand in München der Erste Bayerische Frauentag statt. Organisiert hatte ihn der Verein für Fraueninteressen, den die Wahlmünchnerin Anita Augspurg mitbegründet hatte. Aus ganz Bayern trafen hier erstmals Frauen zu einem Kongress zusammen, um ihre gesellschaftliche Rolle in Vergangenheit und Gegenwart zu erörtern.
Um 1900 präsentierte sich München als die geistig freieste Stadt, hier bildete sich eine einzigartige Szene der modernen Frauenbewegung heraus, die es im ganzen deutschen Reich so nirgendwo gab. Auch den Verein für Frauenstimmrecht gründete Anita Augspurg hier 1902. Sie hat dadurch wesentlich dazu beigetragen, dass Frauen am 19. Januar 1919 das erste Mal wählen und gewählt werden durften. Das erscheint heute so selbstverständlich, dass manche schon meinen, der Feminismus sei überflüssig.
Aber der Frauenanteil im Deutschen Bundestag beträgt derzeit nur 30,9 %, sind wir da wirklich schon weit genug, um das Bemühen um Gleichstellung von Frauen und Männern zu verabschieden?

Weltweit wurde 1985 eine neue Strategie im Bemühen um Geschlechtergerechtigkeit eingeführt: das Gender Mainstreaming-Programm der Vereinten Nationen. Mit dem Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrags 1999 verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, das Gender Mainstreaming-Prinzip in ihrer Politik anzuwenden. "Gender Mainstreaming ist die (Re)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene (gleichstellungsorientierte) Sichtweise in alle politischen Konzepte, auf allen Ebenen und in allen Phasen, durch alle an politischen Entscheidungen beteiligten Akteure und Akteurinnen einzubeziehen." (Europarat 1998)

Und wie sieht es in der katholischen Kirche aus? Strukturell ist sie noch immer "eine von Männern geleitete Frauenkirche", wie eine Umfrage zur Vorbereitung der Synode der deutschen Bistümer 1970 feststellte. Mehr als 40 Jahre später gibt es erste Schritte, um die Mitwirkung von Frauen in Führungspositionen in den Ordinariaten durch ein Mentoring Programm zu verbessern. Papst Franziskus beruft einige Frauen in Päpstliche Kommissionen. Er fordert die Mitwirkung von Frauen in allen Bereichen: "Frauen haben ein volles Recht darauf, sich aktiv in allen Bereichen einzubringen, und dieses ihr Recht muss auch über rechtliche Mittel bestätigt und geschützt werden, wo dies nötig ist."
Das Anliegen ist also klar benannt und ebenso klar ist, dass dieses Ziel noch längst nicht erreicht ist, weder in der deutschen Gesellschaft und Kirche noch weltweit.
Trotzdem werden die Begriffe Feminismus und Gender heute oft diffamiert; manche junge Frauen halten den Feminismus für überflüssig und überholt. Grund genug in diesem Studientag danach zu fragen, wie eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Zukunft erreicht werden kann und welche Strategien zur Erreichung dieses Ziels geeignet sind.


Referent / in

Danii Arendt
Dr. Ingvild Richardsen
Prof. Dr. Barbara Thiessen
Prof. Dr. Margit Eckholt

Kursleitung

Wiltrud Huml, Dr. Claudia Pfrang

Ort

Schloss Fürstenried
Forst-Kasten-Allee 103
81475 München

Kosten

Kursgebühr: 50,00 Euro

Kursnummer

26625

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Bitte melden Sie sich bis spätestens Mittwoch, 16. Oktober. 2019 an.
Dieser Termin ist auf maximal 80 Teilnehmer beschränkt.

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